< Abgekocht: Waspo 98 verteidigt DSV-Pokal
09.05.18 11:21 Alter: 139 Tage
Kategorie: Wasserball
Von: Framk von der Fösse

Saisonfinale mit dramatischen Begleittönen

Waspo 98 ohne Torhüter Schenkel in Brescia


Waspo 98 siegte beim Hinspiel in Hannover mit 8:6 gegen Brescia. Foto: Jens Witte

Es geht hochkarätig und mit Hindernissen weiter: Der frischgebackene deutsche Pokalgewinner Waspo 98 Hannover gastiert am 14. und letzten Spieltag der Champions League heute Abend auswärts beim italienischen Vizemeister AN Brescia, der als Vierter der Hauptrundengruppe A noch um einen Endrundenplatz kämpft, und muss dort ohne Torhüter Moritz Schenkel (Herzprobleme) auskommen. Die Partie startet um 20 Uhr und läuft unter http://www2.len.eu/?p=11343 auch wieder in einem Livestream der LEN.

Der letzte Champions League-Auftritt der Niedersachsen ist allerdings in den vergangenen Tagen in den Hintergrund gerückt. Torhüter Moritz Schenkel wurde nach dem Pokalfinale in Potsdam als bester Spieler der Veranstaltung ausgezeichnet, musste allerdings nach der Siegerehrung mit massiven Herz- und Kreislaufproblemen in ein örtliches Krankenhaus eingeliefert werden. Wie berichtet wird, hatte der Nationalspieler in der Schlussphase der Finalpartie einen harten Balltreffer im Brustbereich hinnehmen müssen. Hannovers Schlussmann spielte die Partie noch zu Ende, verbrachte die Siegerehrung aufgrund massiver Beschwerden aber fast nur noch sitzend. Schenkel wurde gestern aus der Klinik und konnte mit dem Zug in Richtung Hannover reisen, wo weitere Untersuchungen folgen sollen.

In Brescia wird Reservetorhüter Luka Sucic das Waspo98-Tor hüten, der in der vergangenen Saison unter anderem in einem DWL-Spiel bei einem Auswärtssieg der Niedersachsen beim ASC Duisburg im Einsatz war. „Für solche Situationen ist Luka da“, sehen das die Waspo98-Verantwortlichen weniger dramatisch. Über einen etatmäßigen zweiten Schlussmann verfügen die Niedersachsen vor Ort nicht, da der frühere Nationaltorhüter Roger Kong aufgrund eines Bänderrisses ebenfalls zur Inaktivität verurteilt ist. Sollten der DSV-Vertreter keinen Feldspieler wie etwa Erik Bukowski (der bereits bei Spandau 04 eine Europapokalpartie im Tor bestritten hat) als zweiten Schlussmann aufstellen, könnte dieser gemäß den internationalen Regularien nur mit einem Zwölferaufgebot ins Spiel gehen.  

Sportlich erwartet die Niedersachsen beim Gastspiel in Brescia noch einmal einen Leckerbissen, allerdings hat die Partie aus Sicht der Gäste tabellarisch keine Auswirkung mehr: Die Achterendrunde in Genua haben die Niedersachen bereits zuvor verpasst, doch der Gastgeber könnte im Kampf um einen Endrundenplatz noch einmal unter Druck geraten: Sollte es in der Parallelpartie zwischen Jug Dubrovnik (Kroatien) und Dynamo Moskau (Russland) einen Sieg der Gäste geben, müssten die Norditaliener ihrerseits drei Punkte für einen Sieg holen. Beim Hinspiel in Hannover musste Brescia eine 6:8-Niederlage hinnehmen, und auch beim Rückkampf wollen die in guter Form befindlichen Niedersachsen nichts unversucht lassen: „Wir haben gezeigt, dass wir mit solchen Umständen umgehen können. Die Konzentration muss da sein, dann kommt alles andere von allein“, sagt Trainer Karsten Seehafer.

Mit der heutigen Begegnung wird es für den deutschen Pokalsieger ohenhin nicht getan sein: Die Niedersachsen sind auch ohne Schenkel mit einem 14er-Aufgebot nach Brescia gereist. Im Anschluss an die Partie wird der DSV-Vertreter noch bis zum Sonnabend weiter in der Lombardei bleiben und dort mit den Gasgtgebern im Rahmen der Saisonvorbereitung auf das am 23. Mai in Berlin startende nationale Meisterschaftsfinale weitere Testspiele bestreiten. Waspo 98 will sich in Brescia auch den letzten Schliff für den nächsten Titel holen.

 


 
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