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16.10.18 23:46 Alter: 28 Tage
Kategorie: Wasserball
Von: Frank von Fösse

„Die sind ernstzunehmen“

Waspo 98 zum Champions League-Start zu Gast in Zagreb


Eindrücke vom ersten Training in Zagreb. Foto: Sümpfy

Die Jubelarien eines grandiosen Sommers sind verklungen: Nach dem nationalen Triple wie auch ansprechenden Resultaten der Nationalmannschaft sind die Aktiven des deutschen Meisters Waspo 98 Hannover von morgen an in der Hauptrunde der Champions League wieder voll gefordert. Kroatiens Traditionsklub Mladost Zagreb als namhafter Auftaktkontrahent ist auch in der Gegenwart keine Laufkundschaft und nach einigen schwächeren Jahren zudem wieder unter Europas Beste zurückgekehrt. Die Partie läuft wie gewohnt von 20:30 Uhr an (Achtung: neue Anschwimmzeit!) unter www.len.eu auch im Livestream.

Der Gegner hat es in sich: Mit sieben Titelgewinnen im vormaligen Europapokal der Landesmeister zwischen 1968 und1996 sowie weiteren Siegen im Pokalsieger-Wettbewerb und dem LEN-Pokal (zuletzt 2001) war der HAVK Mladost vor der Recco-Ära der erfolgreichste Wasserballverein der Welt. Zuletzt war es um den Hauptstadtklub, der international zwischenzeitlich kaum noch wahrnehmbar gewesen war, ziemlich ruhig geworden, und auch in Kroatien selbst beherrschten Jug Dubrovnik und Primorje Rijeka zuletzt die Szenerie.

Doch jetzt ist Mladost in der Champions League eines drei neuen Teams mit einer Wild-Card, und die Waspo98-Verantwortlichen werten diese nicht als „Geschenk“: „Die sind ernstzunehmen“, hat Trainer Karsten Seehafer schon im Vorfeld vor Kroatiens neuem Vizemeister gewarnt. Personell hat der Hauptstadtklub in der jüngsten Vergangenheit zugelegtund kann auch auf ausländische Akteure setzen: Starke Spieler wie Serbiens Olympiasieger Milos Cuk oder Rumäniens bulliger Center Cosmin Radu sollten zumindest den Insidern als Warnung vor der Schwere der heutigen Aufgabe dienen.  

Die Niedersachsen haben sich ihrerseits in der vergangenen Woche gemeinsam mit dem Landesrivalen Jug Dubrovnik intensiv auf die neue Spielzeit vorbereitet und sind nun wieder im Lande des amtierenden Weltmeisters zu Gast. Seehafer rechnet mit einem harten Abend, dieses nicht nur aufgrund des Auswärtsnachteils: „Wir haben eine schwierige Vorbereitung hinter uns: Die Nationalspieler hatten fast keine Pause, und da Moritz Schenkel in der letzten Woche Klausuren geschrieben hat, fehlte er im abschließenden Trainingslager in Dubrovnik. Komplett sind wir eigentlich erst zum Abflug nach Zagreb. Die Einstellung muss gleich am Anfang stimmen, dann wird es für alle anderen schwer gegen uns.“

Die Waspo98-Macher hoffen dennoch auf eine aufregende Spielzeit, wobei diesmal auch international etwas mehr drin sein soll: „Wir sind definitiv ein Stück weiter als letzte Saison. Der Auftakt passte, die Mannschaft fand schnell zusammen, und alle sind wieder dabei. Es fühlt sich nicht so an, als wäre es schon über vier Monate her, dass wir das letzte Mal zusammengespielt haben“, ist Nationalspieler Tobias Preuß trotz der hohen Belastung des Sommers positiv gestimmt. Ähnlich optimistisch gibt sich Vereinspräsident Seidensticker: „Wir sind in Europa kein Nobody mehr, von Jahr zu Jahr werden wir stärker. Die Saison ist lang und wird mit dem Final Eight in Hannover enden. Wir haben eine gute Mischung aus erfahrenen und jungen Spielern, da lässt sich etwas weiterentwickeln.“

Auch die Fans können wieder live dabei sein: Parallel zum gewohnten Livestream der LEN wird auch ein Public Viewing im Lindener Szenelokal „Debakel“ (Limmerstraße 92) geboten. Am Sonnabend laufen im Rahmen einer umfangreichen Fernsehberichterstattung während der neuen Saison von 14:30 Uhr an zudem Ausschnitte der Partie in dem bundesweit empfangbaren Spartenkanal SPORT 1.

 

Der Kontrahent im Kurzporträt

HAVK Mladost Zagreb

Gegründet: 1946
Heimatort: Zagreb (Kroatien)
Spielstätte: Sportski park Mladost
Homepage: www.havk-mladost.hr
Sportliche Erfolge: 16 x jugoslawischer oder kroatischer Meister (1962 – 2008), 7 x Sieger Europapokal der Landesmeister (1968 – 1996), 2 x Pokalgewinner-Wettbewerb (1975, 1999), 1 x LEN-Pokal (2001)
Trainer: Zoran Bajić
Interessante Spieler: Milos Cuk, Ivan Marcelic, Cosmin Radu
Resultate 2018: 2. Platz kroatische Meisterschaft, 2. Platz Adria-Liga
Qualifikation für die Hauptrunde: Wild Card

 

 


 
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