< Endspiele im Stadionbad!
24.05.18 09:51 Alter: 26 Tage
Kategorie: Wasserball
Von: Frank von der Fösse

Waspo 98 setzt Spandau mit Auftaktsieg unter Druck

Titelentscheidung bereits am Sonnabend?


Zehn Waspo98-Treffer entschieden die erste Finalpartie.

Pokalsieger und Hauptrundengewinner Waspo 98 Hannover hat das erste von fünf möglichen Endspielen um die 97. deutsche Wasserball-Meisterschaft gewonnen und im Kampf um den Titelgewinn vorgelegt: Die Mannschaft von Trainer Karsten Seehafer holte sich zum Auftakt trotz eines zwischenzeitlichen 3:5-Rückstandes einen 10:7 (2:1: 1:3, 3:2, 4:1)-Auswärtssieg bei Titelverteidiger Wasserfreunde Spandau 04 und ging in der „best of five“-Serie mit 1:0 in Führung. Am Wochenende folgen in dieser nun gleich zwei Partien im hannoverschen Stadionbad.

Bei dem mit Spannung erwarteten Auftakt der Finalserie setzte sich die seit November 2016 anhaltende Serie der Auswärtssiege in den Direktvergleichen der beiden nationalen Topteams fort, allerdings bekamen die Zuschauer etwas in dieser Saison bisher Vermisstes geboten: Beide Mannschaften setzten sich mit wechselnden Erfahrungen gegenseitig unter Druck, und der Sieger wurde schließlich durch ein gewonnenes Schlussviertel gekürt.

Bei zunächst nur wenigen Toren auf beiden Seiten ging Waspo 98 mit einer 2:1-Führung in die erste Viertelpause, doch Spandau glich nicht nur aus, sondern lag auch beim Seitenwechsel mit 4:3 in Front. Die kritische Weichenstellung der Partie vollzog sich zu Beginn des dritten Abschnitts: Spandau ging durch ein Rückraumtor Lucas Gielens mit 5:3 in Führung, allerdings verkürzte Pere Estrany postwendend auf 4:5, und die Hausherren schafften ihrerseits nicht, in dieser Phase nachzulegen. Hannover glich beim 5:5 wie auch 6:6 jeweils aus, so dass beim letzten Anschwimmen alles offen war. 

Spandau ging in dieser Phase nachlässig mit den eigenen Chancen um, schaffte es in einer Reihe von Szenen allerdings auch nicht die Niedersachsen ultimativ unter Druck zu setzen. Die Hoffnung, die Gäste über die mannschaftliche Geschlossenheit auszustechen, zerstob auch deswegen, da zu viele Akteure an diesem Abend keine Akzente zu setzen vermochten. Waspo schien sich inzwischen auch besser auf das Spandauer Spiel eingestellt zu haben, zumal sich die Gästeabwehr um den wieder zwischen die Torpfosten zurückgekehrten Moritz Schenkel (später zum „Spieler des Tages“ gekürt) keine großen Blößen mehr gab.

Das Schlussviertel gehörte dann den Niedersachsen: Julian Real brachte die Gäste mit einem Fernwurf beim 7:6 (26.) nach langer Pause wieder in Führung, Ante Corusic erhöhte gegen eine schlecht gestellte Verteidigung gut drei Minuten vor dem Ende auf 8:6. Spandau ließ dagegen seine drei Überzahlchancen des Abschnitts liegen, und Darko Brguljan machte nur eine Minute später mit dem 9:6 den Auftaktsieg des Herausforderers perfekt. Erst 45 Sekunden vor dem Nikola Dedvoic verkürzte Nikola Dedovic auf 7:9, allerdings bestrafte Luka Sekulic das von Spandau gewählte Risiko postwendend mit dem 10:7-Endstand.

Beim Sieger waren Darko Brguljan (3/1), Julian Real (2), Aleksandar Radovic (2/1), Pere Estrany, Ante Corusic und Luka Sekulic als Torschützen erfolgreich. Spandau musste sich seinerseits durch Maurice Jüngling, Nikola Dedovic, Lucas Gielen (je 2) und Remi Saudadier mit nur vier Torschützen begnügen – ein vielleicht entscheidender Unterschied an diesem Abend. „Wir haben reagieren können, stellten um, spielten variabler und haben vor allem dort Ruhe behalten, als es kurzfristig nicht so lief“, freute sich Hannovers Trainer Karsten Seehafer über die Vorstellung seines Teams, wollte in dem Auftakterfolg aber noch keine Vorentscheidung sehen.

Nach der nunmehr vierten Niederlage im fünften Saisonvergleich beider Teams könnte es für Rekordsieger Spandau auf dem Weg zum 37. Titelgewinn in der Tat eng werden, zumal die Berliner spätestens am Wochenende diesen Da Trend definitiv umkehren müssen: Die zweite und dritte Partie der Serie steigen am Sonnabend (18 Uhr) und Sonntag (12 Uhr) jeweils im hannoverschen Stadionbad, so dass die Niedersachsen im Falle eines Doppelschlages vor heimischer Kulisse den Titel einfahren könnten.

 

Deutsche Wasserball-Liga 2017/2018

Finale Pro A („best of five“)

Wasserfreunde Spandau 04 – Waspo 98 Hannover 7:10 (1:2, 3:1, 2:3, 1:4)  

Hannover: Moritz Schenkel – Ante Corusic 1, Erik Bukowski, Julian Real, Darko Brguljan 3/1, Aleksandar Radovic 2/1, Predrag Jokic, Tobias Preuß, Luka Sekulic 1, Pere Estrany 1, Marin Ban, Jorn Winkelhorst und Luka Sucic. Trainer: Karsten Seehafer
Spandau: Laszlo Baksa – Remi Saudadier 1, Lucas Gielen 2, Mateo Cuk, Tiberiu Negran, Maurice Jüngling 2, Nikola Dedovic 2, Marko Stamm, Ben Reibel, Marin Restovic, Stefan Pjesivac und Lukas Küppers. Trainer: Petar Kovacevic

Persönliche Fehler: 11/12

 

Ansetzungen und Resultate in der Übersicht

Mittwoch, den 23. Mai 2018 (Spiel 1)
19:30 Wasserfreunde Spandau 04 – Waspo 98 Hannover 7:10 (1:2, 3:1, 2:3, 1:4) => Stand der Serie: 0:1 

Sonnabend, den 26. Mai 2018 (Spiel 2)
18:00 Waspo 98 Hannover – Wasserfreunde Spandau 04 (Stadionbad – Arntzen/Tiz/Rohbeck)

Sonntag, den 27. Mai 2018 (Spiel 3)
12:00 Waspo 98 Hannover – Wasserfreunde Spandau 04 (Stadionbad – U. Spiegel/Landmann/Rohbeck)

Mittwoch, den 30. Mai 2018 (Spiel 4 – bei Bedarf)
19:30 Wasserfreunde Spandau 04 – Waspo 98 Hannover (Schöneberger Schwimmsporthalle – Seidel/Homolka/Lehn)

Sonnabend, den 2. Juni 2018 (Spiel 5 – bei Bedarf)
18:00 Waspo 98 Hannover – Wasserfreunde Spandau 04 (Stadionbad – Mauss/M. Schmälzger/Lehn)


 
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